16 | Mit dem Forschungsvorhaben dymoBat – KI-unterstützte Kommunikationstechnologien zur dynamischen Optimierung von Energiespeichern zur Frequenzstabilisierung und Energieversorgung – wird erforscht, ob und wie das bi- direktionale Laden von Elektrofahrzeugen in Kombination mit der 5G-Technologie für die Systemsicherheit Anwendung finden kann. Das Forschungsvorhaben wird durch die TU Dresden, Deutsche Telekom Professur für Kommunikationsnetze geleitet. Weitere Partner sind SachsenNetze GmbH, SAP Deutschland SE & Co. KG, Meshmerize GmbH, Campus-Genius GmbH, Comfort Charge GmbH sowie die Landeshauptstadt Dresden. Einen wesentlichen Pfeiler der Energiewende im Wärmesektor stellen „kalte“ Nahwärmelösungen bzw. -netze (Absenkung der Betriebstemperaturen gegenüber herkömmlichen Systemen, dadurch Wärmegewinnung durch erneuerbare Energien möglich) sowie Quartierwärmekonzepte dar (Betrachtung ganzer Quartiere statt einzelner Gebäude zur Verbesserung der Effizienz des Gesamtsystems). Die Wärmegewinnung im Projekt „Kaltes Nahwärmenetz Geystraße“ erfolgt durch Erdwärmesonden, welche die so geförderte Sole über ein Leitungsnetz zu den Anschlussnehmern transportieren. Die Sole wird anschließend in den Gebäuden durch Sole-Wasser-Wärmepumpen auf das benötigte Temperaturniveau gehoben. Das unter dem EU-Programm HORIZON Europe geförderte Projekt „NEUTRALPATH“ wurde im Januar 2023 gestartet und ist mit einer Laufzeit von fünf Jahren angesetzt. Der SachsenEnergie-Konzern untersucht als Projektpartner innerhalb des europäischen Konsortiums, wie Städte zukünftig klimaneutral gestaltet werden können. In Dresden wurden dafür zwei Testquartiere definiert, welche durch die Umsetzung von Dekarbonisierungsmaßnahmen eine positive Energiebilanz erreichen sollen. Weiterhin werden Maßnahmen an der Ladeinfrastruktur für E-Fahrzeuge erprobt und neue Abrechnungsmodelle entwickelt. In 2025 wurden im Testquartier Leuben die Hausanschlussstationen der Mehrfamilienwohnhäuser mit zusätzlichen energietechnischen Anlagen versehen, um die Vorlauftemperaturen experimentell absenken zu können, ohne dabei die Versorgungssicherheit oder hygienische Vorgaben zu gefährden. Die Umsetzungsphase des Projektes soll in 2026 vollständig abgeschlossen sein und anschließend mit der optimierten Versuchsanordnung eine Temperaturabsenkung der Fernwärmeversorgung erprobt werden. Weiterhin wurde in 2025 die Implementierung von ladedynamischen Tarifen vorangetrieben und soll planmäßig in 2026 getestet werden. Die im Projekt erzielten Resultate sollen künftig nachvollziehbar dokumentiert und mit den europäischen Partnerorganisationen ausgetauscht werden. Der SachsenEnergie-Konzern erhofft sich wertvolle zusätzliche Impulse und Einsichten durch diese wissenschaftlichen Kooperationen und den Austausch mit den Forschungspartnern. Das Projekt „H2-Readiness – Kompendium Wasserstoff in Gasverteilnetzen“ beschäftigt sich mit der Zukunftsoption Wasserstoff und der H2-Readiness in Gasverteilnetzen. Es umfasst ein Nachschlagewerk in Form allgemeiner Steckbriefe zur H2-Readiness und Herstellerbewertungen zur Wasserstoffverträglichkeit konkreter Produkte oder Produktgruppen, welche im Gasverteilnetz vorkommen. Das Projekt wird von einem Konsortium mehrerer Netzbetreiber gehalten und von der DBI Gas- und Umwelttechnik GmbH ausgeführt. Ziel ist es, einen belastbaren und anwachsenden Kenntnisstand über die Wasserstoffverträglichkeit der Assets im Gasverteilnetz zu schaffen sowie den Handlungsbedarf für Asset-Bestand und Asset-Beschaffung zu bewerten. Das Projekt „H2Readiness – Kompendium Wasserstoff in Gasverteilnetzen“ wurde am 18. November 2024 abgeschlossen. Wirtschaftliches Umfeld Nach zwei Rezessionsjahren ist die Wirtschaftsleistung Deutschlands im Jahr 2025 wieder leicht gewachsen. Insbesondere gestiegene Konsumausgaben der privaten Haushalte und des Staates führten zu einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 0,2 % gegenüber dem Vorjahr. Die deutsche Wirtschaft ist jedoch weiterhin von einem tiefgreifenden Strukturwandel geprägt, speziell im Hinblick auf die Themen Dekarbonisierung, Digitalisierung, demografischer Wandel sowie geopolitische Veränderungen. Auch die sinkende Industrieproduktion, rückläufige Exporte sowie Einbrüche der Wirtschaftsleistung und Stellenstreichungen, z. B. in der Automobilzulieferer- und Chemieindustrie, stellen konjunkturelle Herausforderungen dar, die voraussichtlich weiterhin zu einer nur mäßig wachsenden Wirtschaftsleistung führen werden. Energiepreisentwicklung Das Frontjahr an den Strom- und Gasterminmärkten sowie der Gas-Spotmarkt zeigten 2025 keine erheblichen Verwerfungen. Die Dynamik der Spotpreise im Strommarkt wurden jedoch wesentlich vom Photovoltaikausbau geprägt. Das zeitweise Überangebot an Strom führte hier im Jahr 2025 zu einem gegenüber dem Vorjahr deutlichen Anstieg der Stunden mit negativen Strompreisen. Die ursprüngliche gesetzliche Festlegung, zum 1. November des Jahres 95 % der deutschen Gasspeicher befüllt zu haben, wurde mit der neuen Gasspeicherfüllstandsverordnung vom 5. Mai 2025 angepasst. Danach muss ab dem 1. November des Jahres ein bundesweiter durchschnittlicher Füllstand von 70 % erreicht sein. Dieses Ziel ist nach europäischen Vorgaben ausreichend und wurde 2025 über alle deutschen Speicher erfüllt. Am 1. November 2025 betrug der Gasspeicherfüllstand 75 % und sank bis Ende 2025 auf ca. 55 %. Die Gasversorgung in Deutschland ist laut Angaben der BNetzA stabil und die Versorgungssicherheit ist gewährleistet. Das Risiko einer angespannten Gasversorgung wird aktuell als gering eingeschätzt. Die Bundesnetzagentur überwacht die aktuelle Lage kontinuierlich und nimmt eine fortlaufende Bewertung vor. Seit 1. Juli 2025 besteht die Frühwarnstufe. Der Gaspreis am Terminmarkt (THE CAL +1) ist, unter anderem bedingt durch gestiegene LNG-Importe, im Laufe des Jahres 2025 leicht gesunken. Der Jahresmittelwert lag mit rund 35 EUR/MWh unter dem Durchschnittspreis des Vergleichszeitraumes 2024. Über deutsche LNG-Terminals wur-
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