22 | 5.4 Chancen- und Risikobericht Die im folgenden genannten Risiken und Chancen gelten sowohl für den TWD-Konzern als auch für die TWD GmbH. Grundlage des Risikomanagementsystems im Konzern sind die entsprechenden Risikosysteme der Einzelgesellschaften, die stetig so weiterentwickelt werden, dass den Fortbestand der Gesellschaft gefährdende Entwicklungen früh erkannt werden. Auf Konzernebene erfolgt eine unternehmensübergreifende Aggregation der Risiken. Ziel des Risikomanagements ist die Sicherung des Unternehmenserfolgs gegen finanzielle Risiken jeglicher Art. Dazu erfasst der Risikomanagementprozess die potenziellen Abweichungen von der geplanten Vermögens-, Finanz- und Ertragslage für den dargelegten Planungszeitraum. Abweichungen von dieser Planung werden als Risiken und Chancen erfasst. Der Betrachtungsschwerpunkt im Risikomanagement liegt auf dem mittelfristigen Planungszeitraum. Hinzu kommen Risiken und Chancen über diesen Zeitraum hinaus, wenn sie von besonderer Bedeutung sind. Der Risikomanagementprozess umfasst als wesentliche Bestandteile die Identifikation, Analyse mit Bewertung, Frühwarnung, Steuerung und Dokumentation mit Berichterstattung. Die Chancen und Risiken lassen sich wie folgt strukturieren und sind nach absteigender Bedeutung für das Unternehmen und den Konzern sortiert: 5.4.1 Energie- und Wasserversorgung Aktuelles Risikoumfeld Aufgrund der weiterhin volatilen Strom-, Gas- und CO2-Preise im Kontext der geopolitischen Unsicherheiten und Abhängigkeiten an der Pipelineinfrastruktur, dem LNG-Markt sowie einem hohen Wettbewerbsdruck befinden sich die Absatzrisiken für die Medien Strom und Gas weiterhin auf einem hohen Niveau. Risiken bestehen sowohl im Klein- als auch Großkundenbereich durch aggressive Wettbewerbsangebote, Verbrauchsrückgänge insbesondere bei Großkunden durch die weiterhin belastete konjunkturelle Lage sowie mögliche Abweichungen vom angestrebten Wachstumspfad im Kleinkundenbereich außerhalb des Heimatmarktes. Die sich aus den übergeordneten Themenfeldern ergebenen Risiken sind im Folgenden nach absteigender Bedeutung für das Unternehmen sortiert. Beteiligungs- und Investitionsrisiken Risikokomponenten von Beteiligungsrisiken sind der Wertverlust, der Ausfall ausgereichter Kredite, der Ausfall oder die Reduzierung eingeplanter Ausschüttungen oder im Einzelfall die Inanspruchnahme gewährter Haftungsgarantien. Preis- und Marktrisiken Potenzielle Abweichungen vom geplanten Mengenabsatz durch konjunkturelle Einflüsse, Wettbewerb und Wettereinflüsse führen in Verbindung mit schwankenden Marktpreisen zu Risiken in den Bereichen Energiehandel und Energieerzeugung. Hier sind durch die angespannte wirtschaftliche und geopolitische Situation weiterhin hohe Schwankungen zu erwarten. Zur Risikobegrenzung wurden zahlreiche Maßnahmen getroffen. Der auf die Stromerzeugung entfallende Brennstoffbezugsanteil wird für das jeweils laufende Geschäftsjahr größtenteils abgesichert und die wärmegeführte Stromerzeugung wird weitgehend verkauft. Das Koppelprodukt Fernwärme verfügt über eine Preisgleitung, welche die der Wärmeerzeugung zuzurechnenden Gaspreisänderungen größtenteils abdeckt. Zudem werden Strom und Erdgas zeitlich und strukturell differenziert beschafft. Zur Abdeckung individuell abgeschlossener Verträge größerer Kunden erfolgt die Beschaffung zwecks Risikobegrenzung unmittelbar nach Vertragsschluss (back to back). Die Kontrolle der laufenden Energiehandelsgeschäfte ist zur Wahrung einer strikten Funktionstrennung in einer vom Handelsbereich unabhängigen Struktur dezentral im energiewirtschaftlichen Risikomanagement angesiedelt. Dort wird für den Strom- und den Gashandel eine regelmäßige Überwachung und Bewertung der offenen Positionen in Verbindung mit vorgegebenen Risikolimiten vorgenommen. Limite gelten sowohl je Handelspartner als auch je Produktportfolio. Die entsprechenden Vorgaben sind in Risikohandbüchern festgelegt und unterliegen einer jährlichen Überprüfung. Kreditrisiken Kreditrisiken entstehen durch den Ausfall von Kontrahenten (Handelspartnern) und damit verbundener Nichterfüllung vertraglicher Vereinbarungen. Damit besteht das Risiko eines finanziell ungünstigeren Ersatzgeschäftes und des Ausfalls von Forderungen. Ratingprozesse, Mengen- und Wertbegrenzungen, Sicherheitsleistungen bei Bonitätsverschlechterungen sowie Warenkreditversicherungen sind risikobegrenzende Maßnahmen. Finanz- und Liquiditätsrisiken Zinszahlungen für Neuaufnahme von Fremdkapital können durch Schwankungen des Marktes über den geplanten Aufwendungen liegen. Die Planwerte leiten sich aus den bestehenden und neu aufzunehmenden Finanzverbindlichkeiten anhand von geplanten Zinssätzen ab. Die eigentliche Finanzierung erfolgt zu gegebener Zeit zum dann vorherrschenden Zinsniveau. Damit besteht ein Zinsänderungsrisiko. Für Finanzierungen mit variablen Konditionen werden in gewissem Umfang Zinssicherungsinstrumente eingesetzt. Liquiditätsrisiken wird durch eine regelmäßig aktualisierte Liquiditätsplanung begegnet. Im Ergebnis verfügt die TWD GmbH über Kreditlinien über den geplanten Bedarf hinaus in Höhe von insgesamt 95 Mio. EUR und die restlichen Konzerngesellschaften in Höhe von 480 Mio. EUR bei verschiedens-
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