28 | Ein weiterer entscheidender Baustein zur Neutralisierung der CO2-Emissionen ist außerdem zukünftig der Einsatz von emissionsarm produziertem Wasserstoff. Mit der Genehmigung des Wasserstoff-Kernnetzes im Oktober 2024 durch die Bundesnetzagentur erfolgte auch die Bestätigung der Kernnetzprojekte des SachsenEnergie-Konzernes: dem Industriebogen Meißen und der Region Dresden/Meißen. Damit ist für den Aufbau einer Wasserstoff-Infrastruktur Planungssicherheit gegeben und die Projekte können zur Genehmigungsreife gebracht werden, an die sich die Bauphase anschließt. Ab dem Jahr 2032 sollen dann bis 2045 sukzessive die Kraftwerke in Dresden und die regionalen Gasverteilnetze auf Wasserstoff umgestellt werden. Sie stellen damit einen wichtigen Pfeiler für die Dekarbonisierung der Wärmeversorgung dar. Zentrale Wärmeversorgung Die Investitionsstrategie besteht im Wesentlichen im Ausbau und in der Verdichtung des zentralen Fernwärmesystems sowie dem Anschluss der Inselnetze an das Zentrale Fernheiznetz (ZFHN), umfasst aber auch den Ausbau von Nahwärmelösungen. Der Fokus des vergangenen Jahres lag dabei auf dem Neubau von Fernwärmeverteilleitungen in Erschließungsgebieten, der Verdichtung des Bestandsgebietes sowie Fernwärmehausanschlüssen für Neukunden. Größere Erschließungsvorhaben wurden in den Stadtteilen Leubnitz-Neuostra, Laubegast und Leuben realisiert. Der Netzausbau erfolgte verstärkt in den Gebieten Laubegast und Hechtviertel. Parallel dazu erfolgte die Erschließung neuer Versorgungsgebiete in Cotta, Löbtau und Südvorstadt. Auf der Bünaustraße in Löbtau wurde eine dezentrale Anlage zur Versorgung eines bestehenden Inselnetzes durch die Versorgung über das zentrale Fernwärmenetz abgelöst. Weitere Schwerpunkte waren die Netzverstärkungen zwischen Augustusbrücke und Marienbrücke sowie der Stauffenbergallee, um den zukünftigen Anschluss der thermischen Abfallbehandlungsanlage RING30 sicherzustellen. Für die Sanierung des Sächsischen Landtages erfolgte eine umfangreiche Erneuerung des Fernwärmenetzes in der kleinen Packhofstraße. Im Bereich Fiedlerstraße wurde eine Hauptversorgungstrasse für die Johannstadt saniert. Infolge der eingestürzten Carolabrücke musste die Versorgung kurzfristig durch ein Fernwärme-Provisorium über die Augustusbrücke sowie eine erweiterte Neutrassierung am Königsufer/ Carolaplatz wiederhergestellt werden. Aktuell wird die Machbarkeit einer zukünftigen Elbquerung untersucht. Dezentrale Wärmeversorgung Die Unternehmen im EnergieVerbund Dresden bieten ihren Kunden vor Ort sowohl standardisierte als auch individuell konzipierte Wärmeversorgungslösungen an, u. a. im Contractingmodell. Die Nachfrage danach nimmt stetig zu, zunehmend auch mit erneuerbarer Wärme (u. a. Wärmepumpen, Pelletheizungen). Die Wärmeanlagen werden gemeinsam mit externen Partnern errichtet und betrieben. In den zurückliegenden Jahren wurde sukzessive in den Ausbau von Kraft-Wärme-Kopplung für Individuallösungen investiert. Auch werden Kundenanlagen und Blockheizkraftwerke geplant, gebaut und betrieben. Erzeugung Klimaschutz, Ressourcenschonung und Energieeffizienz stellen ein Handlungsfeld der strategischen Umwelt- und Energieziele der EVD-Unternehmen dar. Darunter zählen insbesondere die Reduzierung der CO2-Emissionen und die kontinuierliche Verbesserung der Energie- und Ressourceneffizienz der bestehenden Anlagen und Betriebseinrichtungen. Um diesen Anforderungen gerecht werden zu können, wurden im Jahr 2024 verschiedene Maßnahmen zur Steigerung der Flexibilität und Energieeffizienz sowie zur Senkung des Einsatzes von Energieträgern umgesetzt. Schwerpunkte des Investitionsgeschehens waren Projekte zur Dekarbonisierung der Wärmeerzeugung im Stadtgebiet Dresden und der Region. Beispielhaft sind hier folgende Projekte zu nennen: ◾ Die Planung mehrerer Großwärmepumpen im Stadtgebiet Dresden wurde fortgeführt, welche auch Bestandteil des Wärmetransformationsplanes für die Landeshauptstadt Dresden sind und durch die Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW) gefördert werden. Die Luft-WasserWärmepumpe im Zentralen Fernwärmenetz am Standort Reick konnte als erste Großwärmepumpe im Frühjahr 2024 in Betrieb genommen werden. Sie erzeugt jährlich 3 200 MWh grüne Wärme, was zu einer Einsparung von ca. 850 t CO2 beiträgt. ◾ Ebenfalls im Jahr 2024 wurde in Zusammenarbeit mit der TU Dresden und dem Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB) das gemeinsame Vorhaben zur Nutzung der Abwärme des Hochleistungsrechners im Lehmann-Rechenzentrum (TU Dresden) weiter vorangetrieben. Zukünftig wird hier die überschüssige Abwärme mit drei Wärmepumpen so aufbereitet, dass diese im Fernwärmenetz des SachsenEnergie Konzerns genutzt werden kann. Die Wärmepumpenanlage wird bis zu 24 000 MWh Fernwärme pro Jahr einspeisen und dabei 2 700 t CO2 gegenüber der Erzeugung aus Erdgas einsparen. ◾ Mit der Solarthermieanlage in Dresden-Räcknitz als weiteres laufendes Bauprojekt können zukünftig jährlich ca. 711 MWh grüne Wärme erzeugt werden. ◾ Ein weiterer großer Baustein ist das Projekt RING30, mit dem Ziel der Errichtung und des Betriebes einer Anlage zur klimaschonenden Aufbereitung und energetischen Verwertung von Restabfällen der Stadt Dresden. Hier wurde im Jahr 2024 die Vor- und Genehmigungsplanung einer Anlage zur thermischen Abfallbehandlung weiter vorangetrieben.
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