| 31 6.1.3 Kraft & Wärme Die Unternehmen im EnergieVerbund Dresden sind erfolgreich in den Bereichen der Fernwärmeversorgung sowie Strom-, Biogas- und Wärmeerzeugung tätig und betreiben Energieumwandlungsanlagen von und für Kunden. Im Jahr 2023 hat der Aufsichtsrat des SachsenEnergie-Teilkonzerns das Ziel beschlossen, möglichst bis 2035 und spätestens bis 2045 klimaneutral zu sein. Unter Berücksichtigung von Versorgungssicherheit und Wirtschaftlichkeit umfasst das Konzept zur vollständigen Dekarbonisierung dabei die Vermeidung von Emissionen, die bei der Erzeugung von Strom und Wärme in den eigenen Kraftwerken, dem Ausgleich von Netzverlusten sowie im Fuhrpark entstehen. Da ca. 90 % der zu vermeidenden Emissionen im SachsenEnergie-Teilkonzern in der sächsischen Landeshauptstadt entstehen, umfasst der Dekarbonisierungsplan somit insbesondere die Ergrünung der Dresdner Fernwärme. Neben Technologien wie Großwärmepumpen und Elektrodenheizkesseln, Großwärmespeichern oder der Nutzung von Abwärme aus Industrieprozessen und Abfallbehandlung, stellt unter anderem der Einsatz von Wasserstoff einen weiteren entscheidenden Baustein zur Neutralisierung der CO2-Emissionen dar. Aufgrund sich ändernder Rahmenbedingungen befindet sich das Dekarbonisierungskonzept derzeit in Überarbeitung. Investitionen werden mit dem Ziel geprüft, dass die Wirtschaftlichkeit auch bei sich ändernden Rahmenbedingungen gegeben ist. Zentrale Wärmeversorgung Die Investitionsstrategie beim Fernwärmenetz besteht im Wesentlichen im Ausbau, der Erneuerung und in der Verdichtung des zentralen Fernwärmesystems, umfasst aber auch die Erschließung von Nahwärmelösungen und den Anschluss von Inselnetzen an das Zentrale Fernheiznetz. Die Erschließungsmaßnahmen in den Stadtteilen DresdenLöbtau und -Cotta schreiten weiter voran. Im Bereich der Leutewitzer Straße, Grillparzerstraße und Lübecker Straße wurden umfangreiche Verteilleitungen zum Fernwärmeanschluss von Neubauten als auch Bestandsgebäuden verlegt. Zusätzliche Netzanschlüsse erfolgten am Conertplatz sowie in der Poststraße. Zudem wurde in der Südvorstadt eine Verteilleitung in Betrieb genommen. Im gesamten Stadtgebiet wurden darüber hinaus Baumaßnahmen umgesetzt. Dazu zählt die Primärumstellung einer Wärmeübergabestation inkl. der Erneuerung der durch Hochwasser beschädigten Kanäle aus dem Jahr 1961. Zudem erfolgte die Umverlegung von Leitungen in der Bergstraße und Zwickauer Straße zur Baufeldfreimachung für Immobilienprojekte. Um die Übertragungskapazitäten für die neuen Erzeuger gemäß Transformationsplan zu generieren, wurden im Bereich Staufenbergallee sowie Riesaer Straße die ersten Bauabschnitte der Netzverstärkungsmaßnahmen abgeschlossen. Ein zentraler Fortschritt wurde mit dem Abschluss der Tunnelbohrung für das Großbauvorhaben „Mediendüker Nossener Brücke“ im Projekt Campuslinie erzielt. Nach dem Einsturz der Carolabrücke im Jahr 2024 und der damit verbundenen Zerstörung der Fernwärmeleitungen erfolgt die anteilige Versorgung der Dresdner Neustadt derzeit über ein Provisorium auf der Augustusbrücke. Mit der Bestätigung des Ersatzneubaus der Carolabrücke durch die Landeshauptstadt Dresden sieht die aktuelle Planung eine Mitverlegung der Fernwärmeinfrastruktur in der neuen Brücke vor. Dezentrale Wärmeversorgung Die Unternehmen im EnergieVerbund Dresden bieten ihren Kunden vor Ort sowohl standardisierte als auch individuell konzipierte Wärmeversorgungslösungen an, u. a. im Contractingmodell. Die Nachfrage danach nimmt stetig zu, zunehmend auch mit erneuerbarer Wärme (u. a. Wärmepumpen, Pelletheizungen). Die Wärmeanlagen werden gemeinsam mit externen Partnern errichtet und betrieben. In den zurückliegenden Jahren wurde sukzessive in den Ausbau von Kraft-Wärme-Kopplung für Individuallösungen investiert. Auch werden Kundenanlagen und Blockheizkraftwerke geplant, gebaut und betrieben. Erzeugung Klimaschutz, Ressourcenschonung und Energieeffizienz stellen ein Handlungsfeld der strategischen Umwelt- und Energieziele der EVD-Unternehmen dar. Darunter zählen insbesondere die Reduzierung der CO2-Emissionen und die kontinuierliche Verbesserung der Energie- und Ressourceneffizienz der bestehenden Anlagen und Betriebseinrichtungen. Schwerpunkte des Investitionsgeschehens bei Erzeugungsanlagen des strategischen Geschäftsfeldes Kraft & Wärme bei SachsenEnergie waren im Jahr 2025 Maßnahmen zur Dekarbonisierung der Wärmeerzeugung in der Landeshauptstadt Dresden und der Region. Einer der größten Bausteine dabei ist das Projekt RING30. Hier wurde im Jahr 2025 die Genehmigungsplanung einer Anlage zur thermischen Abfallbehandlung bis zur Einreichung der Genehmigungsunterlagen vorangetrieben und die Vorbereitung der Vergabe begonnen. Außerdem wurde der Kauf des Grundstücks der späteren Anlage realisiert. Des Weiteren wurden die Solarthermieanlage Räcknitz, die Wärmepumpe Behringstraße und die Wärmepumpenanlage an der TU Dresden zur Abwärmenutzung des Rechenzentrums in Betrieb genommen. Außerdem wurde die Planung mehrerer Großwärmepumpen im Stadtgebiet Dresden fortgeführt, welche Bestandteil des Wärmetransformationsplanes für die Landeshauptstadt Dresden sind und durch die Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW) gefördert werden sollen.
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